30.01.2023

Landeskrebsgesellschaften und Krebsberatungsstellen schließen viele Versorgungslücken.

30.01.2023

Der Satz „Sie haben Krebs.“ verändert alles. Innerhalb weniger Sekunden stehen viele Betroffene plötzlich vor einem Abgrund. Gefühle wie Hilflosigkeit, Niedergeschlagenheit und Angst sind häufig die Folge. Viele stellen sich die Frage: Wie geht es jetzt eigentlich weiter? Der durch Diagnose und Krankheit stark belastete Patient bleibt oft sich selbst überlassen. Eine qualitativ hochwertige und bedarfsgerechte Versorgung ist nach einer Krebsdiagnose jedoch von entscheidender Bedeutung. Zum Weltkrebstag am 4. Februar weist die Internationale Vereinigung gegen Krebs (UICC) besonders auf Versorgungslücken hin. In Deutschland unterstützen die Landeskrebsgesellschaften und ihre Krebsberatungsstellen Patienten und Angehörige im Falle einer Krebserkrankung, damit viele Lücken geschlossen werden.

 

„Wie gut, dass es so eine Stelle wie euch gibt, an die man sich bei spezifischen Fragen hinwenden kann und die so kompetent weiterhilft.“ Positive Rückmeldungen wie diese erhalten die Mitarbeitenden der Krebsberatungsstellen in Deutschland sehr häufig. Die Krebsberatungsstellen tragen entscheidend dazu bei, Versorgungslücken zu schließen. Onkologische Zentren, niedergelassene Onkologen und Hausärzte kümmern sich um die medizinische Versorgung, insbesondere die Therapie. Menschen, die die Diagnose Krebs erhalten brauchen aber viel mehr, als nur eine medizinische Versorgung. Und nicht nur der Erkrankte, sondern auch deren Angehörige, wie Partner, Eltern und Kinder sind von den Auswirkungen der Diagnose betroffen. Die Landeskrebsgesellschaften und die Krebsberatungsstellen kümmern sich um all diese Belange. „Die Krebsberatungsstellen unterstützen die Patienten und Angehörigen auf vielfältige Weise“, sagt Ulrika Gebhardt, Geschäftsführerin des Krebsverbandes Baden-Württemberg. „Sie fangen Betroffene und deren Angehörige nach der Diagnose auf, begleiten sie aber auch während und nach der Therapie und helfen bei sozialrechtlichen Fragestellungen oder auch bei verschiedenen Antragsstellungen. “Hier habe ich das Gefühl, angenommen zu werden“, ist ein häufiges Zitat von Betroffenen, die in einer Krebsberatungsstelle Hilfe suchen.

 

Träger vieler Krebsberatungsstellen in Deutschland sind die 16 Landeskrebsgesellschaften, zu denen auch der Krebsverband Baden-Württemberg gehört. Die Landeskrebsgesellschaften initiieren viele Projekte und Angebote, auf die Betroffene während und nach der Therapie zugreifen können.
Auch die Krebsberatungsstellen halten ein umfangreiches Angebot für Betroffene und Angehörige bereit. So wird beispielsweise Yoga, Kurse zu Ernährung, Schminken und Krebs und Sport, Kunsttherapie oder auch eine Fatigue-Sprechstunde angeboten.

 

Die Landeskrebsgesellschaften kennen die gesamte onkologische Versorgungslandschaft in ihren jeweiligen Bundesländern und erkennen ganz genau, in welchen Bereichen der Versorgung es einen Bedarf gibt. „Nicht alle Versorgungslücken können von den Landeskrebsgesellschaften geschlossen werden, aber gemeinsam mit dem großen Netzwerk, mit dem wir in Baden-Württemberg zusammenarbeiten, haben wir in diesem Bereich schon viel erreicht,“ sagt Prof. Dr. Dr. h.c. Uwe Martens, Vorsitzender des Krebsverbandes Baden-Württemberg.

 

Der Krebsverband Baden-Württemberg hat zudem vor über 30 Jahren die so genannte Brückenpflege in Baden-Württemberg mit ins Leben gerufen. 20 Teams an 16 Onkologischen Zentren im Land begleiten krebskranke Menschen nach ihrem Klinikaufenthalt in den häuslichen Bereich, schlagen eine Brücke zwischen Klinik und Zuhause. Das Team der Brückenpflege nimmt schon während des Klinikaufenthaltes mit dem Patient Kontakt auf, um den Bedarf für die häusliche Versorgung festzustellen, organisiert und koordiniert die pflegerische und ärztliche Versorgung und vernetzt die notwendigen Hilfen miteinander. Dadurch wird bei einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes oft ein erneuter Klinikaufenthalt vermieden.

 

Der Krebsverband Baden-Württemberg gehört zur Deutschen Krebsgesellschaft und ist bereits seit 1973 aktiv. Seine Hauptaufgabe sieht der Verband in der Prävention sowie in der Information und Beratung von Betroffenen. Mithilfe der vom Krebsverband intensiv betriebenen Vernetzung aller an einer Krebsbehandlung beteiligten Akteure wie onkologische Tumorzentren, niedergelassene Onkologen, Psychologen, Rehazentren oder auch Selbsthilfegruppen wird den Patienten eine optimale Versorgung ermöglicht.

 

 

Viele weitere Informationen finden Sie unter

krebsverband-bw.de

 

 

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Gerhard Kreutzer

Quelle: Pressestelle Krebsverband Baden-Württemberg e.V.

Bilder/Grafik: Pressestelle Krebsverband Baden-Württemberg e.V.

30.01.2023