
Verena Bentele | © Susie Knoll
Laut einem Exklusiv-Bericht des Tagesspiegels sind die Zuzahlungen für Patienten deutlich angestiegen. In nur zwei Jahren haben sich die Zuzahlungen für Heilmittel um über 18 Prozent erhöht. Am stärksten erhöhte sich die Belastung bei den sogenannten Heil- und Hilfsmitteln. Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, kommentiert dies wie folgt:
„Es darf nicht sein, dass Versicherte durch immer mehr Zuzahlungen an die Grenze der Belastungsfähigkeit gebracht werden. Es sind aber nicht nur die Zuzahlungen, die Patienten belasten. Hinzu kommen noch hohe Aufzahlungen für Hilfsmittel, Arzneimittel, die komplett selbst bezahlt werden müssen, und hohe Kosten für Zahnersatz.
Diese Entwicklung macht Menschen mit geringem Einkommen, vor allem Älteren und chronisch Kranken, zu schaffen. Sie sind mit Zuzahlungen, Aufzahlungen und Aufwendungen für Leistungen, die aus dem Leistungskatalog der Kassen gefallen sind, überproportional belastet. Viele Medikamente wie Schmerzmittel, Salben oder Kreislauftropfen werden zwar teils vom Arzt verschrieben, müssen aber aus eigener Tasche bezahlt werden. Für gute Hilfsmittel wie Inkontinenzwindeln oder Hörgeräte müssen Versicherte hohe Eigenanteile leisten. Wer das Arzneimittel zum Festbetrag nicht verträgt, zahlt die Differenz selbst. Diese Eigenanteile sind selbst für Menschen mit einer chronischen Erkrankung nicht begrenzt.
Die Ausgaben für ein neues Hörgerät oder für Zahnersatz sprengen bei vielen älteren Menschen das Budget, so dass viele auf solche wichtigen Anschaffungen verzichten. Die Belastung der Patienten muss ein Ende haben. Gesundheit muss für alle Menschen bezahlbar sein. Die Gesundheitspolitik muss deshalb Leistungsausgrenzungen sowie höhere Belastungen der Patienten durch Zuzahlungen verhindern.“
verantwortlich: Cornelia Jurrmann
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Gerhard Kreutzer
Quelle: Pressestelle und Öffentlichkeitsarbeit des VDK
Bilder/Grafik: Pressestelle und Öffentlichkeitsarbeit des VDK
01.12.2019