Die Nummer funktioniert ohne Vorwahl, gilt deutschlandweit und ist kostenlos – egal ob sie von zu Hause oder mit dem Mobiltelefon anrufen.
In den ersten Wochen können Sie noch nicht überall in Deutschland mit der 116 117 den ärztlichen Bereitschaftsdienst erreichen. Baden – Württemberg und das Saarland sowie Teile von Rheinland – Pfalz und Hessen folgen später. Patienten dort kontaktieren den ärztlichen Bereitschaftsdienst zunächst weiter wie bisher.
Deutschland ist das erste Land der EU, welches diese einheitliche Rufnummer für den ärztlichen Bereitschaftsdienst eingeführt hat. Ausgenommen davon sind anfangs noch einige Regionen Deutschlands.
Wann rufen Sie die 116 117 an?
Handelt es sich um eine Erkrankung, mit der Sie normalerweise einen niedergelassenen Arzt in der Praxis aufsuchen würden, aber die Behandlung aus medizinischen Gründen nicht bis zum nächsten Tag warten kann, ist der ärztliche Bereitschaftsdienst zuständig. Er ist in einigen Regionen Deutschlands auch als ärztlicher Notdienst oder Notfalldienst bekannt.
Der Bereitschaftsdienst ist nicht zu verwechseln mit dem Rettungsdienst, der in lebensbedrohlichen Fällen Hilfe leistet. Bei Notfällen, wie Herzinfarkt, Schlaganfall und schwere Unfälle, alarmieren Sie den Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112.
116 117 auf einem Blick
So funktioniert`s
Wenn Sie außerhalb der Sprechzeiten dringend ärztliche Hilfe benötigen und zum Beispiel nicht wissen, wo sich in ihrer Nähe eine Bereitschaftsdienstpraxis befindet, wählen Sie die 116 117. Egal wo Sie sich in Deutschland befinden.
Ihr Anruf wird an den für Sie zuständigen Bereitschaftsdienst weitergeleitet – je nach Organisation des Dienstes direkt zu einem diensthabenden Arzt oder einer Bereitschaftsdienst – Leitstelle. Dort erhalten Sie in jedem Fall schnell und unkompliziert die ärztliche Hilfe, die Sie brauchen. Der ärztliche Bereitschaftsdienst versorgt sowohl Kassen- als auch Privatpatienten.
Regionale Rufnummern auch weiterhin gültig
Die bekannten regionalen Rufnummern für den Bereitschaftsdienst gelten auch weiterhin. Mit 116 117 jedoch, entfällt langes Suchen nach der richtigen regionalen Nummer.
Der Service der 116 117 wird am 16. April 2012 gestartet. In den ersten Wochen können Sie noch nicht überall in Deutschland mit der 116 117 den ärztlichen Bereitschaftsdienst erreichen. Baden – Württemberg und das Saarland sowie Teile von Rheinland -Pfalz und Hessen folgen später. Patienten dort kontaktieren den ärztlichen Bereitschaftsdienst zunächst weiter wie bisher. Die Kassenärztlichen Vereinigungen arbeiten jedoch daran, die noch fehlenden Regionen anzuschließen.
Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Behandlung
Der Anruf der 116 117 ist für Sie kostenfrei. Die Kosten der Behandlung übernehmen die gesetzlichen und privaten Krankenkassen (hier abhängig vom Vertrag und Selbstbehalt). Patienten, die zum ersten Mal im Quartal eine Behandlung im Rahmen des ärztlichen Bereitschaftsdienstes erhalten, müssen eine „Praxisgebühr“ von zehn Euro zahlen.
Die gesamte Organisation des ärztlichen Bereitschaftsdienstes wird von den Kassenärztlichen Vereinigungen und damit von den niedergelassenen Ärzten finanziert.
Hintergrund: Über das Projekt
Die Einführung einer europaweiten Rufnummer 116 117 für den ärztlichen Bereitschaftsdienst geht auf eine Initiative der Ärzteschaft zurück. Der Service wird von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) gemeinsam mit den Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) und den niedergelassenen Ärzten angeboten.
Dem Start der Nummer ging eine intensive Planungs- und Entwicklungsphase voraus: Nach der Reservierung der Telefonnummer 116 117 in Brüssel, hat in Deutschland die zuständige Bundesnetzagentur die Nummer im Juni 2010 den KVen und der KBV für den ärztlichen Bereitschaftsdienst zugeteilt. Daran schloss sich ein europaweites Ausschreibungsverfahren zu technischen Umsetzung der 116 117 an, bei dem im Sommer 2011 der Zuschlag erteilt wurde. Mitte April 2012 schließlich wird die Rufnummer in Betrieb genommen.
116 117 europaweit
Die KV Brandenburg hat im Jahr 2007 bei der Europäischen Union die 116 117 als europaweit einheitliche Bereitschaftsdienstnummer beantragt. Im Jahr 2009 reservierte die Europäische Kommission in Brüssel dann die Nummer für den ärztlichen Notdienst. Deutschland ist das erste Land, das die Nummer eingeführt hat. Andere europäische Länder haben bereits signalisiert, die 116 117 ebenfalls für den Bereitschaftsdienst einführen zu wollen.
Quelle: Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) Pressestelle