04.05.2016

Nanoroboter greift gezielt Krebszellen an

04.05.2016

 

Der Laderaum lässt sich mit verschiedenen Wirkstoffen bestücken, die auf diese Weise gezielt zu ihrem Einsatzort gebracht werden können. Im Experiment belud das Team um Douglas seine Nanoroboter unter anderem mit molekularen Botenstoffen, die das Selbstmordprogramm einer Zelle aktivieren können. Dieses Programm ist bei Krebszellen typischerweise gestört.

Im Labor konnten die Forscher auf diese Weise die Selbstzerstörung bei Leukämie- und Lymphomzellen auslösen, wobei auch die molekularen Botschaften für die beiden verschiedenen Krebszellen maßgeschneidert werden mussten.

Nach diesem Muster könnten verschiedene Aktionen gezielt bei gewünschten Zelltypen ausgelöst werden, erläutern die Wissenschaftler.

Die Forscher, die sich für ihre Arbeit von der Funktion des menschlichen Immunsystems inspirieren ließen, bereiten nach den Worten von Douglas als nächstes Tests an Versuchstieren vor. „Das wird wahrscheinlich ein verbessertes Design erfordern, um eine stabile Zirkulation und Funktion im Blutkreislauf zu gewährleisten“, schränkte der Forscher allerdings ein. „Außerdem müssen die Herstellungskosten des Geräts sinken.“

Hintergrundinformation NANO

Die Welt der winzig kleinen Teilchen.

Nano bezeichnet den milliardsten Teil von einem Meter, der ein Millionsten Millimeter entspricht. Das Wort „Nanos“ bedeutet Zwerg, Nanopartikel haben einen Durchmesser von weniger als 100 Nanometern und andere physikalische Eigenschaften als größere Teilchen desselben Stoffs.

Die Nanotechnologie wird in nahezu allen Bereichen erforscht und eingesetzt – in der Physik (Computer-, Sensor- und Prozesstechnik, sowie Oberflächentechnik) ebenso wie in der Chemie, Biologie und Medizin.

Der Markt für Nanoprodukte wächst rasant: Nanopartikel werden in vielen Produkten des täglichen Lebens eingesetzt – in Textilien, Kosmetikprodukten, Lebensmittelverpackungen oder Spielzeugen, in Lacken und Farben und bei Produkten zur Versiegelung oder zur Reinigung von Oberflächen.

Eine der ersten bahnbrechenden Anwendungen der Nanotechnologie ermöglichten die Forscher Peter Grünberg (Deutschland) und Albert Fert (Frankreich). Sie entdeckten 1988 unabhängig voneinander den Riesenmagnetwiderstandseffekt (GMR – Effekt), der den Weg zur Steigerung der Leistungsfähigkeit von Computer – Festplatten eröffnete. Dafür erhielten Sie 2007 den Physik – Nobelpres.

Quelle: dpa, WEB.DE und Medizintechnik