30.11.2023

Analyse zum „Tag der Krebsvorsorge“: Positiver Trend bei der Teilnahme an der Krebs-Früherkennung

30.11.2023

Krebsverband und AOK Baden-Württemberg rufen weiter zur Teilnahme auf

Stuttgart, 28.11.2023


Nach starken Rückgängen bei der Teilnahme an Krebs-Früherkennungsuntersuchungen in den „Pandemiejahren“ 2020 und 2021 sowie in der Omikron-Welle Anfang 2022 haben sich die Teilnahme-Zahlen in den letzten Monaten in Baden-Württemberg wieder weitgehend normalisiert. Darauf weisen der Krebsverband Baden-Württemberg e.V. und die AOK Baden-Württemberg aus Anlass des jährlichen „Tages der Krebsvorsorge“ am 28. November hin. Sie begrüßen den positiven Trend, weisen aber auch darauf hin, dass es immer noch Nachholbedarf wegen versäumter Untersuchungen in der Pandemie und generell große Lücken bei der regelmäßigen Inanspruchnahme der Krebsvorsorge gibt.


Die Teilnahmeraten an den Krebs-Früherkennungsuntersuchungen lagen im Südwesten laut dem aktuellen „Früherkennungs-Monitor“ des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) im zweiten Halbjahr 2022 bei den meisten Untersuchungen wieder auf dem Niveau des Vergleichszeitraums 2019, also vor Ausbruch der Pandemie. Auch im 1. Quartal 2023 setzte sich dieser positive Trend fort; es waren bei einigen Untersuchungen sogar deutliche Anstiege gegenüber dem Vergleichsjahr 2019 zu verzeichnen. „Vor dem Hintergrund der Einbrüche bei der Krebs-Früherkennung in der Pandemie ist diese Normalisierung der Inanspruchnahme eine sehr erfreuliche Entwicklung“, betont Ulrika Gebhardt, Geschäftsführerin des Krebsverbands Baden-Württemberg e.V.. „Es gilt: je früher Krebs oder Krebsvorstufen entdeckt werden, desto besser sind die Heilungsaussichten. Deshalb gilt weiterhin der Appell, bei diesem Thema nicht nachlässig zu werden und die Früherkennungstermine wahrzunehmen.“


Die Detail-Ergebnisse der WIdO-Auswertung für das 1. Quartal 2023 zeigen in Baden-Württemberg bei den Koloskopien im Rahmen des Darmkrebs-Screenings einen deutlichen Anstieg von 27,9 Prozent gegenüber dem 1. Quartal 2019. Allerdings dürfte der Anstieg auch damit zu tun haben, dass Männer die Untersuchung seit 2020 schon ab 50 Jahren in Anspruch nehmen dürfen. Beim Mammographie-Screening lag das Ergebnis 4,9 Prozent über dem Wert des 1. Quartals 2019, bei der Prostatakrebs-Früherkennung waren es 3,7 Prozent mehr. Bei der Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs war noch ein geringfügiger Rückgang von 3,2 Prozent gegenüber dem 1. Quartal 2019 zu verzeichnen. Einen Sondereffekt gab es beim Hautkrebs-Screening: Hier ist der Rückgang von 9,5 Prozent gegenüber dem Vergleichsjahr 2019 nach Einschätzung des WIdO hauptsächlich auf Änderungen des Untersuchungsintervalls bei der Allgemeinen Gesundheitsuntersuchung von zwei auf drei Jahre zurückzuführen. Die Allgemeine Gesundheitsuntersuchung wird oft in Kombination mit dem Hautkrebs-Screening durchgeführt.


„Nach verpassten Früherkennungsuntersuchungen in der Pandemie holen jetzt offenbar Versicherte das Versäumte nach“, sagt PD Dr. Sabine Knapstein, Medizinerin bei der AOK Baden-Württemberg. „Gemeinsam mit dem Krebsverband Baden-Württemberg e.V. wollen wir auf die bestehenden Angebote zur Krebs-Früherkennung aufmerksam machen und bei der individuellen Entscheidung über die Teilnahme daran durch gezielte Informationen unterstützen.“ So bietet die AOK Baden-Württemberg auf ihrer Homepage zum „Tag der Krebsvorsorge“ wieder den „Vorsorg-O-Mat“ an, der Nutzerinnen und Nutzer nach Eingabe individueller Informationen wie Alter und Geschlecht über die anstehenden Früherkennungsuntersuchungen informiert. Darüber hinaus bietet die AOK Baden-Württemberg auf ihrer Homepage Informationsfilme zum Ablauf und Nutzen der einzelnen Früherkennungsuntersuchungen an. Beide Partner informieren rund um den „Tag der Krebsvorsorge“ am 28. November auf ihren Social-Media-Kanälen intensiv über das Thema und werben dafür, sich bewusst mit den Früherkennungsangeboten auseinanderzusetzen.


Zwar kann Krebs viele Ursachen haben, entsteht manchmal durch zufällige Fehler in der Zellteilung oder auch durch ein komplexes Zusammenspiel von genetischen Faktoren, Lebensstil, Umwelteinflüssen, Virusinfektionen und Vorerkrankungen. Nicht alle diese Risiken sind beeinflussbar, weshalb sich das Risiko für eine Krebserkrankung nicht vollständig ausschalten lässt. Experten sind sich jedoch mittlerweile einig, dass ein gesundheitsbewusster Lebensstil das Risiko, an Krebs zu erkranken, wesentlich reduzieren kann. Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) geht davon aus, dass in Deutschland rund 40 von 100 Neuerkrankungen an Krebs verhindert werden könnten, wenn alle Möglichkeiten der Krebsprävention wie gesunder Lebensstil und Impfungen ausgeschöpft würden. „Fast jede fünfte Krebsneuerkrankung geht auf das Rauchen zurück, auch regelmäßiger Alkoholkonsum begünstigt die Entstehung. Übergewicht und Bewegungsmangel sind Risikofaktoren, neben familiären Risiken“, sagt PD Dr. Sabine Knapstein. Durch qualitativ hochwertige Präventionsangebote unterstützt die AOK Baden-Württemberg ihre Versicherten dabei, das Leben aktiv zu gestalten, sich ausgewogen zu ernähren, sich fit und rundum gut in Form zu fühlen neben vielen anderen Leistungen rund um Vorsorge und medizinischer Versorgung. Jährlich stehen hierfür bisher rund 2.000 Kurse zur Verfügung und auch die haus- und facharztzentrierte Versorgung mit speziellen Vorteilen.

Die AOK Baden-Württemberg versichert über 4,6 Millionen Menschen im Land und verfügt über ein Haushaltsvolumen von über 21 Millarden Euro.
Informationen zur AOK Baden-Württemberg unter www.aok.de/bw

Informationen zum Krebsverband Baden-Württemberg:

Der Krebsverband Baden-Württemberg gehört zur Deutschen Krebsgesellschaft und ist bereits seit 1973 aktiv. Seine Hauptaufgabe sieht der Verband in der Prävention sowie in der Information und Beratung von Betroffenen. Mithilfe der vom Krebsverband intensiv betriebenen Vernetzung aller an einer Krebsbehandlung beteiligten Akteure wie onkologische Tumorzentren, niedergelassenen Onkolog*innen, Psycholog*innen, ambulanten Krebsberatungsstellen, Rehazentren oder auch Selbsthilfegruppen wird den Patient*innen eine optimale Versorgung ermöglicht.

Krebsverband Baden-Württemberg e.V.
Adalbert-Stifter Straße 105, 70437 Stuttgart
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Gerhard Kreutzer

Quelle: Pressestelle rebsverband Baden-Württemnberg e.V.

Bilder/Grafik:  Pressestelle Krebsverband Baden-Württemberg e.V.

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