11.08.2019

Nicht nur sauber, sondern klinisch rein

11.08.2019

während der Chemotherapie jeder Infekt zum lebensbedrohlichen Risiko werden.
Die renovierte Leukämiestation in der Sindelfinger Klinik bietet hygienisch optimale Bedingungen für die Versorgung von Patienten mit therapiebedingter Abwehrschwäche.

 Impulse

 

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Die Leukämiestation wurde erst kürzlich renoviert und auf
den neuesten Stand gebracht.

Auf leisen Sohlen schleicht sich die akute myeloische Leukämie (AML) meist in das Leben der betroffenen Patienten. Luftnot, Schwindel und Müdigkeit – es sind zunächst oft unspezifische Symptome, die den Hausarzt aufhorchen lassen. Atypische Zellen im Blutbild, eine Blutarmut oder eine Blutungsneigung führen den Allgemeinmediziner dann auf die richtige Spur. In der Ambulanz-Sprechstunde des Sindelfinger Spezialisten Dr. Markus Ritter bringt eine Knochenmarkpunktion Gewissheit: Stellt der Chefarzt der Klinik für Hämatologie und Onkologie eine Vermehrung der typischen leukämischen
Blasten fest, ist Eile geboten, denn unbehandelt führt die AML innerhalb weniger Wochen zum Tod.

Ziel der sofort eingeleiteten Induktionstherapie ist das Erreichen einer kompletten Remission. „Das bedeutet, dass die Leukämieerkrankung mit einer mikroskopischen Untersuchung nicht mehr zu finden ist“, erläutert Dr. Ritter. „Diese Aussicht besteht bei 70 Prozent unserer Patienten.“ Liegt eine sogenannte FLT3-Mutation vor, verbessert die Zugabe des neu zugelassenen Wirkstoffs Midostaurin die Erfolgsaussichten um zehn bis 15 Prozent. Da die Zahl der weißen Blutkörperchen im Laufe der achtwöchigen Therapie jedoch stark absinkt und das Infektionsrisiko damit rapide ansteigt, ist eine Unterbringung in Isolationszimmern auf der Leukämiestation erforderlich.

 

 Dr. Ritter freut sich, dass durch einen Umbau der Station die sehr strengen Hygienevorgaben des Robert Koch-Instituts besser erfüllt werden können und der Komfort der Patienten steigt.

 

Nicht nur verfügt jetzt jedes der zehn Zwei-Bett-Zimmer über eine Schleuse, die das Patientenzimmer von Umweltkeimen abschirmt – in sechs der Zimmer wurden nun auch Duschen eingebaut. „Für die
schwere Phase der Therapie sind die neuen Räumlichkeiten eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität und ein enormer Zugewinn an Wohlgefühl“, stellt der Hämatologe fest. Zudem, so Dr. Ritter,
nehme das Auge renovierte Räumlichkeiten als sauberer wahr: „Es ist wichtig, dass in so einem empfindlichen Bereich der visuelle Aspekt das hygienisch korrekte Behandeln unterstreicht.“ Dank einer Weiterentwicklung der Lüftungstechnologie kann in den Patientenzimmern nun auch vermehrt gefilterte Luft zugeführt werden. Die Arbeitsvorgänge des Personals sind durch die räumlichen Bedingungen
jetzt ebenfalls leichter geworden.

 

Ermöglicht wurde der Umbau der Leukämiestation durch den Förderverein des Klinikums Sindelfingen-Böblingen, eine Spende der Stadt Sindelfingen und die Investitionsbereitschaft des Klinikverbunds Südwest. Auch die Firma Reisser beteiligte sich mit Sachspenden großzügig an der Renovierung.

Nadine Dürr

 

Viele weitere Informationen finden Sie unter: Logo des Klinikverbunds Südwest      https://www.klinikverbund-suedwest.de/

 

Der Klinikverbund Südwest

Der Klinikverbund Südwest ist ein Zusammenschluss der Krankenhäuser Böblingen, Calw, Herrenberg, Leonberg, Nagold und Sindelfingen. Gemeinsam mit dem verbundeigenen Therapiezentrum, den Medizinischen Gesundheitszentren und der Krankenhaus Service GmbH Schwarzwald, zählt er zu den größten und leistungsfähigsten kommunalen Gesundheitseinrichtungen in Süddeutschland. Träger sind die beiden Nachbarlandkreise Böblingen und Calw.

 

Der Klinikverbund Südwest hat einen Versorgungsauftrag für ca. 550.000 Menschen in seinem Kerneinzugsgebiet. Rund 5.000 Mitarbeiter aus über 70 Nationen und 125 Berufsgruppen bieten an den Standorten über die Grund- und Regelversorgung hinaus auch die Versorgung komplexer Erkrankungen in hochspezialisierten Zentren an. In allen unseren Krankenhäusern und Einrichtungen streben wir ein Höchstmaß an medizinischer Qualität und Service an. In der Akademie des Klinikverbundes und in den beiden akademischen Lehrkrankenhäusern der Universität Tübingen (Klinikum Sindelfingen-Böblingen und Kliniken Nagold) wird zudem eine fachlich ausgezeichnete theoretische und praktische Ausbildung angeboten. Gute Medizin setzt zudem viel Erfahrung und fachliche Expertise voraus. Über beides verfügen die Mitarbeiter der einzelnen Krankenhausstandorte im Klinikverbund Südwest. Miteinander bilden sie ein starkes, standortübergreifendes Netzwerk. Ziel dieser standortübergreifenden Zusammenarbeit ist der Anspruch, die Versorgung der Patienten so wohnortnah wie möglich innerhalb des Klinikverbundes sicherzustellen. Der Patient wendet sich an die für ihn am günstigsten gelegene Klinik und erhält dank der Schwerpunktbildung die notwendige, spezialisierte medizinische Betreuung – eine im wahrsten Sinne des Wortes entgegenkommende Patientenversorgung.

 

 

Gerhard Kreutzer

Quelle: Pressestelle Klinikverbund Südwest

Text: Nadine Dürr

Bilder Klinikverbund Südwest

11.08.2019