überleben, sind in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen.
Die Krebssterblichkeit in Deutschland geht seit Jahrenzurück. Laut dem Zentrum für Krebsregisterdaten (ZFKD) erkranken ca. 476.000 Menschen in Deutschland pro Jahr neu an Krebs, davon 249.000 Männer und 227.000 Frauen. Von den betroffenen Frauen überleben 67 Prozent und 62 Prozent der Männer mindestens fünf Jahre nach der ersten Diagnose. Interessant ist der Blick auf die häufigsten Krebsneuerkrankungen in Deutschland (siehe Grafik) und die Fünf-Jahres-Überlebensrate auf einen Blick. Die Fünf-Jahres-Überlebensrate bezeichnet den Anteil der Patienten mit einer Krebsdiagnose, die fünf Jahre, nachdem die Krankheit erkannt wurde, noch am Leben sind. Quelle: Eva-Maria Waas
Prozentualer Anteil der häufigsten Tumorlokalisationen
an allen Krebsneuerkrankungen in Deutschland
Männer
Prostata 23,0
Lunge 13,90
Darm 13,3
Harnblase 4,7
Haut 4,4
Niere 3,8
Magen 3,7
Non-Hodgkin-Lymphome 3,7
Mundhöle und Rachen 3,7
Bauchspeicheldrüse 3,4
Leukämien 3,1
Leber 2,6
Speiseröhre 2,2
Hoden 1,6
Zentrales Nervensystem 1,6
Multiples Myelom 1,4
Frauen
Brustdrüse 30,5
Darm 12,3
Lunge 8,5
Gebärmutterkörper 4,7
Haut 4,5
Bauchspeicheldrüse 3,8
Non-Hodgkin-Lymphome 3,5
Eierstöcke 3,2
Magen 2,7
Leukämien 2,7
Niere 2,4
Gebärmutterhals 2,0
Schilddrüse 1,9
Harnblase 1,8
Mundhöle und Rachen 1,6
Krebs in Deutschland 2013/2014
11. Ausgabe Robert Koch Institut (Hrsg) und die Gesellschaft derepemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V. (Hrsg) Berlin 2017
Prostatakrebs
Von allen Krebsarten bei Männern liegenProstataneuerkrankungen mit 23 Prozent auf dem ersten Platz. Im Gegensatz zur Erkrankungsrate geht die Zahl derjenigen Patienten, die daran sterben, seit Mitte der 1990er-Jahre zurück. So liegt die Überlebensrate inzwischen bei 91 Prozent.
Haut (Malignes Melanom der Haut)
Derzeit erkranken in Deutschland etwa 21.200 Personen, darunter etwa gleich viele Frauen (4,5 Prozent) wie Männer (4,4 Prozent), am malignem Melanom der Haut. Die Fünf-Jahres-Überlebensrate bei Hautkrebs sind günstig: 94 Prozent bei Frauen und 91 Prozent bei Männern. Dazu trägt auch bei, dass zwei Drittel aller Melanome in einem noch frühen Tumorstadium entdeckt werden. Dies ist wahrscheinlich Folge des im Juli 2008 in Deutschland eingeführten Hautkrebsscreenings
Brustkrebs
Es gibt immer mehr Neuerkrankungen: 30,5 Prozent aller Krebserkrankungen von Frauen betreffen den Brustkrebs. Auch hier lautet die gute Nachricht: Gemäß dem Zentrum für Krebsregisterdaten (ZfKD) sterben weniger Frauen an Brustkrebs als noch vor 20 Jahren. Die Fünf-Jahres-Überlebensrate liegt heute schon bei 88 Prozent.
Harnblase
4,7 Prozent der Neuerkrankungen betreffen Männer, Frauen hingegen nur 1,8 Prozent. Bei zwei Drittel der Betroffenen Patienten wird der Tumor in einem frühen Stadium entdeckt und hat daher eine sehr gute Prognose. 57 Prozent der Männer und 47 Prozent der erkrankten Frauen gelten nach fünf Jahren als unauffällig.
Bauchspeicheldrüse
Die Zahl der Neuerkrankungen hat sich die letzten Jahre kontinuierlich erhöht: 3,8 Prozent finden sich bei den Frauen und 3,4 Prozent bei den Männern im Verhältnis zu allen Krebserkrankungen. Bösartige Neubildungen der Bauchspeicheldrüse verursachen in den frühen Stadien oft keine Symptome, sodass der Tumor häufig erst spät erkannt wird. Die relative Fünf-Jahres-Überlebensrate ist dementsprechend ungünstig. Mit nur neun Prozent bei Männern und zehn Prozent bei Frauen weist das Pankreaskarzinom die niedrigsten Überlebensraten unter allen Krebserkrankungen auf.
Magen
Seit Jahren sinkt in Deutschland die Neuerkrankungsrate beiMagenkrebs kontinuierlich. Sie betrifft 3,7 Prozent Männer und 2,7 Prozent der Frauen. Dieser Rückgang ist vermutlich auf veränderte Lebens- und Ernährungsgewohnheiten zurückzuführen. Die Fünf-Jahres-Überlebensrate liegt bei Männern bei 30 Prozent und bei Frauen bei 33 Prozent.
Gebärmutterkörper
Eine von 50 Frauen erkrankt im Laufe ihres Lebens an Gebärmutterkörperkrebs. Die Neuerkrankungsrate ist leicht rückläufig und liegt derzeit bei 4,7 Prozent. Die meisten der Karzinome werden bereits im frühen Stadium diagnostiziert, weshalb die Fünf-Jahres-Überlebensrate bei 79 Prozent liegt.
Niere
Die Neuerkrankungszahlen stiegen bei den Männern seit Ende der 1990er-Jahre kontinuierlich an, während bei den Frauen seit dem Jahr 2009 ein Rückgang zu verzeichnen ist. Heute erkranken 3,8 Prozent der Männer und 2,4 Prozent der Frauen. Die Prognose des Nierenkarzinoms ist vergleichsweise günstig. Etwa drei Viertel aller Tumore werden in relativ frühen Stadien diagnostiziert und können so schnell behandelt werden. 77 Przent aller Männer und Frauen überleben.
Darm
Unter Darmkrebs werden Krebserkrankungen des Dickdarms, des Mastdarms und seltenere Krebs erkrankungen des Afters zusammengefasst. Die Neuerkrankungen betreffen jährlich 13,3 Prozent der Männer und 12,3 Prozent der Frauen. Die Sterberaten sind in den letzten zehn Jahren bei beiden Geschlechtern kontinuierlich gesunken. 63 Prozent der Erkrankten gelten nach fünf Jahren als geheilt.
Lunge
Immer nocherkranken jährlich 13,9 Prozent aller Männer und 8,5 Prozent der Frauen an Lungenkrebs. Die Krebserkrankung gehört zu den prognostisch ungünstigen Tumoren, was sich in einer niedrigen Fünf-Jahres-Überlebensrate von etwa 20 Prozent bei Frauen und 15 Prozent bei Männern ausdrückt. Da Lungenkrebs im frühen Stadium häufig keine Beschwerden verursacht, wird die Erkrankung in vielen Fällen zu spät entdeckt.
Non-Hodgkin-Lymphome (Lymphdrüsenkrebs)
jährlich erkranken in Deutschland 3,7 Prozent Männer und 3,5 Prozent Frauen an einem Non-Hodgkin-Lymphom. Die Lebenserwartung hängt von der Form der Erkrankung, dem Krankheitsstadium und dem allgemeinen Gesundheitszustand ab. Die Prognose ist mit relativen Fünf-Jahres-Überlebensraten von 67 Prozent bei Männern und 71 Prozent bei Frauen insgesamt eher gut.
Die Zahlen stammen aus dem Bericht zum Krebsgeschehen in Deutschland 2016, Robert Koch-Institut, Berlin, 2017
Gerhard Kreutzer
Quelle: Robert Koch-Institut Pressestelle
und impulse Klinkverbund Südwest
25.10.2018