Europäische Union erhalten. Vor allem junge Krebspatienten sollen mit dem Medikament behandelt werden.
Die Gentherapie Kymriah des Schweizer Pharmakonzerns Novartis ist von der Eropäischen Kommission zur Behandlung von Blutkrebs zugelassen worden. Mit dem Medikament darf akute lymphoblastische B-Zell-Leukämie (ALL) bei Kindern und jugendlichen bis zu einem Alter von 25 Jahren behandelt werden, wie der weltgrößte Hersteller von verschreibungspflichtigen Arzneien mitteilt. Zudem darf die Therapie bei Erwachsenen mit rezidivierendem oder refraktärem diffus großzelligem B-Zell Lymphom (DLBCL) eingesetzt werden.
In den USA istKymriah bereits seit rund einem Jahr auf dem Markt. Die Marktfreigabe in Europa wurde erwartet, nachdem der Expertenausschuss CHMP der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA die Zulassung bereits im Juni empfohlen hatte.
Erste Gentherapien ab 2020 möglich
Novartis baut unterdessen die Herstellung von Gentherapien in der Schweiz aus. Am Standort Stein im Kanton Argau sollen bis zu 90 Millionen Franken investiert und bis zu 450 Stellengeschaffen werden. Erste Gentherapien aus Stein für Patienten in der Schweiz und Europa sollen ab Anfang 2020 verfügbar sein.
Kymriah ist eine sogenannte CAR- Bei dieser Behandlung mit genetisch veränderten Abwehrzellen entnehmen Ärzte dem Patienten T-Zellen des Immunsystems, modifizieren sie mit dem Ziel, dass sie die Krebszellen als feindlich erkennen und injizieren sie zurück. In den USA kostet eine Behandlung mit Kymriah bis zu 475.000 Dollar. Im ersten Halbjahr erziehlte Novartis mit Kymriah Verkaufserlöse von 28 Millionen Dollar.
Experten trauen CAR- Miliardenumsätze zu. Kymriah konkurriertmit dem Gilead-Mittel Yescarta, der einzigen anderen bislang zugelassenen Gentherapie. Auf dem Gebiet forschen etwa auch der US-Biotechnologiekonzern Celgene und die US-Firma Bluebird Bio.
Novartis betreibt eine Produktionsanlage für Zell- und Gentherapie in den US in Morris Plains, New Jersey. Im Juli vereinbarten die Schweizer zudem mit dem französischen UnternehmenCELLforCURE eine Gentherapie-Produktion in dessen Produktionsanlage in Les Ulis. Novartis hat außerdem Herstellungsverfahren für Kymriah am Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie in Leipzig etabliert. Dort wird die Gentherapie etwa für klinische Studien hergestellt.
Gerhard Kreutzer
Quelle: Nachrichtenagentur Reuters /rtr
27.08.2018 /rtr