Lutherkirche, Friedrich-Ebert-Platz in Freiburg ein.
Auch Professor Dr. Bodo Grimbacher, Wissenschaftlicher Direktor des Centrums für
Chronische Immundefizienz (CCI) am Universitätsklinikum Freiburg, wird Einblicke in seine Arbeit geben.
Die Winterzeit liegt hinter uns. Viele von uns waren wochenlang krank. Herr Professor Grimbacher: Woher weiß ich, ob ich einen Immundefekt habe oder einfach Pech hatte?
Zunächst muss man sagen, dass Immundefekte recht selten sind. Nur etwa einer von 10.000 Menschen in Deutschland ist betroffen. Ein Hinweis können häufige, hartnäckige oder ungewöhnliche Infektionen sein. Das reicht von Erkältungen, die schwerer oder häufiger auftreten als im Schnitt, bis hin zu lebensbedrohlichen Infekten wie Lungenentzündungen oder Organabzessen. Aber auch wiederkehrende Fieberschübe und entzündliche Darmerkrankungen können Warnsignale sein.
Oft ist eindetektivisches Gespür gefragt, um seltene Immunkrankheiten zu finden.
Zu Ihrem Job gehört es, seltene Immundefekte aufzuspüren. Wie gehen Sie vor?
Da ist oft detektivische Arbeit gefragt, bis wir die Ursache gefunden haben. An erster Stelle stehen das Gespräch mit den Patienten und die Krankengeschichte der Familie, sowie die körperliche Untersuchung. Außerdem erforschen wir am CCI fortlaufend neue Untersuchungsmethoden. Auch gezielte Gentests gehören dazu. Mit unserer hochmodernen Diagnostikeinheit können wir viele Immunschwächen erkennen.
Was kann ich selbst tun, um mein Immunsystem zu stärken?
Bei an sich gesunden Menschen helfen vor allem Sport, gesunde Ernährung und ausreichend Schlaf. Menschen mit Immundefekt können wir oft mit Medikamenten helfen. Manchmal müssen wir das Immunsystem aber auch komplett austauschen. Dann ist eine Stammzelltransplantation nötig.
Neben Ihrem Vortrag wird es bei der Veranstaltung am 28. April noch sechs weitere geben. Was erwartet die zuhörer noch?
Die Zuhörer bekommen Einblickein viele spannende Forschungsprojekte und modernste Behandlungsmethoden. Zum Beispiel wird eine Studie an rund 1.000 Südbadenern vorgestellt, die den Zusammenhang von Stress und Schlafmangel auf die Infektanfälligkeit untersucht hat.
Außerdem geht es um den Einfluss der Ernährung auf das Immunsystem des Gehirns und um neueste Krebstherapien auf Basis des Immunsystems. Alle Vorträge sind jeweils zehn Minuten lang und für Laien verständlich aufbereitet.
Gerhard Kreutzer
Quelle: Pressestelle Universitätsklinikum Freiburg
23.04.2018