? Fehlanzeige.
Doch weh tut die eigentliche Spende nicht.
Anstrengende Vorbereitungen
Die Schmerzen habe ich schon hinter mir. Statt der üblichen Viertelstunde hat es bei mir fast anderthalb Stunden gedauert, bis die beiden Zugänge zu meinen Venen gelegt waren und ich an die Maschine angeschlossen werden konnte.
Meine Venen sind nur schlecht sichtbar und „verstecken“ sich wohl immer wieder, sobald ein Arzt zusticht. Immerhin lerne ich so fast alle Ärzte kennen, die an diesem Morgen im Institut für Transfusionsmedizin und Immunologie des Deutschen Roten Kreuzes in Mannheim sind. Und beim dritten Arzt klappt es dann tatsächlich.
Nach diesen Strapazen am frühen Morgen ist die eigentliche Spende kein Problem mehr. Überhaupt ist die Vorbereitung auf die Spende weit aufregender als die Spende selbst.
Schließlich muss ich mir an den vier Tagen davor selbst ein Wachstumshormon spritzen, das dafür sorgt, dass meine Stammzellen mobilisiert und aus dem Knochenmark ins Blut geschwemmt werden. Und das ist wirklich eine große Überwindung.
Plötzlich sitze ich da mit einer Spritze in der Hand und weiß, dass ich die Nadel jetzt in meinen Bauch stechen muss. „Stich bloß gleich richtig zu, nicht zu zaghaft, sonst tut es viel mehr weh“ – so lauteten die Tipps aus meinem Umfeld. Gesagt, getan: Die erste Spritze steche ich so tief rein, dass es natürlich prompt weh tut. Die sieben anderen Male läuft es dann routinierter, man gewöhnt sich eben doch an alles.
Schon nach der zweiten Injektion kommen die von mir gefürchteten Nebenwirkungen: Rückenschmerzen, Gliederschmerzen, Kopfweh – also genau die grippeähnlichen Symptome, die die Ärzte bei den Voruntersuchungen angekündigt hatten. Jeder Zentimeter meines Körpers tut weh, in meinen Adern pochen die überschüssigen Zellen.
Eine große Verantwortung
Mit der Vorbereitung auf die Spende steigt bei mir auch das Bewusstsein, dass ich nicht nur die Chance habe, ein Leben zu retten, sondern auch die Verantwortung.
Denn auch der Patient wird nun auf die Transplantation vorbereitet. Seine kranken Zellen werden in einer starken Chemo – Therapie abgetötet und er kann nur noch weiterleben, wenn er neue Zellen bekommt. – Meine Zellen –
Über diese Verantwortung war ich mir ehrlich gesagt nicht bewusst, als ich mich vor einigen Monaten bei einer Blutspende für Blaulicht – TV für eine Stammzellspende registrieren ließ.
Genügend Zellen ab gefiltert
Erste Schnelltests während der Spende ergeben, dass mein Körper sehr viele Stammzellen
Die Schmerzen habe ich schon hinter mir. Statt der üblichen Viertelstunde hat es bei mir fast anderthalb Stunden gedauert, bis die beiden Zugänge zu meinen Venen gelegt waren und ich an die Maschine angeschlossen werden konnte.
Meine Venen sind nur schlecht sichtbar und „verstecken“ sich wohl immer wieder, sobald ein Arzt zusticht. Immerhin lerne ich so fast alle Ärzte kennen, die an diesem Morgen im Institut für Transfusionsmedizin und Immunologie des Deutschen Roten Kreuzes in Mannheim sind. Und beim dritten Arzt klappt es dann tatsächlich.
Nach diesen Strapazen am frühen Morgen ist die eigentliche Spende kein Problem mehr. Überhaupt ist die Vorbereitung auf die Spende weit aufregender als die Spende selbst.
Schließlich muss ich mir an den vier Tagen davor selbst ein Wachstumshormon spritzen, das dafür sorgt, dass meine Stammzellen mobilisiert und aus dem Knochenmark ins Blut geschwemmt werden. Und das ist wirklich eine große Überwindung.
Plötzlich sitze ich da mit einer Spritze in der Hand und weiß, dass ich die Nadel jetzt in meinen Bauch stechen muss. „Stich bloß gleich richtig zu, nicht zu zaghaft, sonst tut es viel mehr weh“ – so lauteten die Tipps aus meinem Umfeld. Gesagt, getan: Die erste Spritze steche ich so tief rein, dass es natürlich prompt weh tut. Die sieben anderen Male läuft es dann routinierter, man gewöhnt sich eben doch an alles.
Schon nach der zweiten Injektion kommen die von mir gefürchteten Nebenwirkungen: Rückenschmerzen, Gliederschmerzen, Kopfweh – also genau die grippeähnlichen Symptome, die die Ärzte bei den Voruntersuchungen angekündigt hatten. Jeder Zentimeter meines Körpers tut weh, in meinen Adern pochen die überschüssigen Zellen.
Eine große Verantwortung
Mit der Vorbereitung auf die Spende steigt bei mir auch das Bewusstsein, dass ich nicht nur die Chance habe, ein Leben zu retten, sondern auch die Verantwortung.
Denn auch der Patient wird nun auf die Transplantation vorbereitet. Seine kranken Zellen werden in einer starken Chemo – Therapie abgetötet und er kann nur noch weiterleben, wenn er neue Zellen bekommt. – Meine Zellen –
Über diese Verantwortung war ich mir ehrlich gesagt nicht bewusst, als ich mich vor einigen Monaten bei einer Blutspende für Blaulicht – TV für eine Stammzellspende registrieren ließ.
Genügend Zellen ab gefiltert
Erste Schnelltests während der Spende ergeben, dass mein Körper sehr viele Stammzellen gebildet hat. Als die Maschine nach drei Stunden abschaltet, wird es spannend. Nun errechnen die Ärzte, ob genügend Zellen gesammelt wurden oder ob ich am nächsten Tag noch einmal bluten muss.
Und sie rechnen und rechnen und rechnen.
Endlich ist klar: Es reicht gerade so. Es ist genau die Menge an Zellen zusammengekommen, die von der Klinik des Patienten gefordert war.
Und ich darf heim.
Meine Stammzellen, die 72 Stunden lang haltbar sind, machen sich auf den Weg zum Empfänger. Der lebt irgendwo im Ausland, aber das ist auch das einzige, was ich über ihn erfahre. – Vorerst. –
In einem halben Jahr darf ich dann bei der Stammzellenspenderdatei nachfragen, wie es dem Patienten geht. Nach zwei Jahren kann ich mit ihm Kontakt aufnehmen, wenn er es will.
Ich bin erleichtert, dass alles geklappt hat. Zurück bleiben nur ein paar blaue Flecken und das Gefühl einem kranken Menschen in einer sehr schwierigen Situation geholfen zu haben – hoffentlich.
Hintergrundinformation
Die Stammzellspende
Jedes Jahr erkranken alleine in Deutschland etwa 10.000 Menschen an Leukämie oder einer ähnlichen Krankheit.
Eine Chance, die Krankheit zu besiegen, bietet die Transplantation von gesunden Stammzellen eines Spenders, dessen Gewebe mit dem des Patienten verträglich ist.
Alle gesunden Personen zwischen 18 und 55 Jahren können Spender werden. Um sich als Spender registrieren zu lassen, werden zum Beispiel bei einer Blutspende die Gewebemerkmale analysiert und registriert.
Eine weitere Möglichkeit sind Typisierungsaktionen für bestimmte Patienten.
Gespendet werden Blutstammzellen, die im Knochenmark gebildet werden.
Diese können zum einen aus dem Venenblut des Spenders gewonnen werden. Zum anderen ist die Entnahme der Stammzellen aus dem Knochenmark möglich. Bei einer Operation wird unter Vollnarkose der Beckenknochen punktiert und das Knochenmarkblut entnommen. Während die periphere Blutstammzellenspende ambulant erfolgt, ist bei der Knochenmarkentnahme ein zwei- bis dreitägiger Klinik-Aufenthalt nötig.
Danke an Frau Carolin Weiß und der Pforzheimer Zeitung zur Verwendung des Artikels
Quelle: Carolin Weiß und Pforzheimer Zeitung vom 25. Februar 2013