woraus sich aus diesen sehr viele Fragen ergaben und so musste die Diskussion doch, da nur begrenzt Zeit zur Verfügung stand auf je 15 Minuten pro Themenblock begrenzt werden.
Hierzu ein Ausschnitt der Fragen an die Ministerin zu den Themenblöcken:
Was tut die Landesregierung um bürgernahe Gesundheitsversorgung zu sichern? Spezifiziert in folgenden Bereichen:
- Hausarztmodell
- Ländliche Versorgungsstruktur
- Verhinderung von Patiententourismus
- Marginalisierte Gruppen
Was macht die Landesregierung im Bezug auf die Vernetzung im Bereich stationärer und ambulanter Versorgung?
Kann in der Vor- und Nachsorge, sowohl stationär als auch ambulant, bei Problemen Abhilfe gefunden werden.
Wie sieht das Ministerium die Zukunft der Versorgung des ländlichen Raums im Bereich der stationären Behandlung?
Welche Kriterien werden hier angesetzt?
Welche Rolle spielt zum Beispiel die Entfernung zur nächsten Klinik?
Wie kann die wohnortnahe, ärztliche Versorgung im stationären Bereich sichergestellt werden, wenn die kleinen Kliniken geschlossen werden wegen Defiziten im Budget?
Die Wirtschaftlichkeit lenkt das Handeln und Denken in der Medizin (speziell in Kliniken).
Wie gedenkt die Landesregierung den Patienten wieder in den Mittelpunkt zu rücken? (Frage nach den leitenden Werten)
Wie kann das Übermaß an Verwaltungsarbeit und die „Dokumanie“ reduziert werden, zu Gunsten von mehr Zeit für und am Patienten?
Wie können finanzielle Ströme innerhalb eines Betroffenenzentrierten und bezahlbaren Gesundheitssystems so gesteuert werden, dass die Nachhaltigkeit in Bezug auf Heilung und Krankheit gewährleistet ist?
Wie kann Transparenz im Gesundheitswesen hergestellt werden?
(Zugang zu Qualitätsdaten, Möglichkeit zum mündigen Bürger)
Was können Sie dafür tun, dass das Angebot an psychotherapeutischer Behandlung ausgeweitet und verbessert wird in Bezug auf spezielle Behinderungen bzw. Krankheiten?
Wie kann die Landesregierung die Versorgung im psychiatrischen / psychotherapeutischen Bereich sicherstellen?
Wann wird der Bedarfsplan von 1999 aktualisiert?
Welche Maßnahmen plant die Landesregierung zu ergreifen, um Krankheiten künftig zu vermeiden, besonders in folgenden Themenbereichen:
- Pestizidverbot, Nahrungsergänzungsstoffe etc.
- Erziehung zur gesunden Ernährung
- Mobilfunk Strahlung,
- die verpflichtende Vorsorge-Untersuchung für Kinder.
- Präventionsmaßnahmen gem. § 20 SGB V
Wie kann die Rolle der medizinischen Fachkräfte als Case-Manager/Koordinatoren im ambulanten Versorgungsbereich für komplexe Erkrankungen gestärkt und etabliert werden?
(Ziel der Koordinierungsstelle für Kurzdarmsyndrom ist es, die Patienten möglichst zuhause zu versorgen. Die Erfahrungen der Koordinierungsstelle zeigen, dass die Krankenkassen hier oft wenig kooperativ sind, Verträge mit der Pharma-Industrie scheinen hier entgegen zu stehen.)
Dieser Ausschnitt der Fragen soll deutlich machen, was die einzelnen Arbeitsgruppen auf die Beine gestellt haben.
Eine „Spezialfrage“ zur Angehörigenbetreuung bei Organspenden wurde folgendermaßen gestellt:
Wie kann eine finanzielle Unterstützung für ein qualifiziertes Beratungsangebot für Familien sichergestellt werden, die vom plötzlichen Tod eines Angehörigen betroffen sind?
(Die Begleiter müssen in Trauer und Trauma geschult sein, müssen aber nicht unbedingt Psychologen sein, was hilft Kosten einzusparen.)
Die spezielle Forderung geht dahin, eine finanzielle Unterstützung für die Begleitung von Hinterbliebenen von Organspendern sicherzustellen. Speziell für Eltern von jungen Menschen, die sich mit vielen Ängsten und Fragen konfrontiert sehen, z.B. beim plötzlichen Unfalltod eines Kindes. Während für die Werbung für neue Organspender sehr viel Geld investiert wird, gibt es für die Hinterbliebenen der Spender bis jetzt weder eine neutrale Begleitung während des Entscheidungsprozesses, noch eine stabilisierende Begleitung in der Zeit danach.
Frau Ministerin Katrin Altpeter ging sehr ausführlich auf die gestellten Fragen ein und gab nicht nur direkte und kurze Antworten sondern begründete auch ihre Aussagen.
Des Weiteren versprach sie, dass alle Fragen, auch die, die heute nicht zur Diskussion standen, durch das Ministerium in Bälde bearbeitet und vor allem beantwortet werden.
Sie Dankte allen die bereits im Vorfeld die Arbeit zur Zusammenstellung der Fragen erarbeitet haben für ihren Einsatz und versprach, dass es auch in Zukunft weitere Landesgesundheitsdialoge geben wird umso die Mitbürger in die Arbeit des Gesundheitsministeriums mit einzubeziehen.
Ebenso Dankte sie auch den Mitarbeitern des Ministeriums die eine solche Veranstaltung organisiert und durchgeführt haben.
Allen Anwesenden wünschte sie eine gute Heimreise und ein schönes Wochenende.
Fazit dieser Veranstaltung ist, dass das Gesundheitsministerium den Kontakt zu den Bürgern sucht und die Wünsche und Anregungen von den Mitbürgern ernst nimmt und versucht im Gesundheitswesen einen gemeinsamen Nenner zu finden. Inwieweit dieser kleine neu gepflanzter Baum Früchte trägt wird sich in absehbarer Zeit spätestens aber beim nächsten Gesundheitsdialog zeigen, wenn man nachschaut, was hat sich denn nun wirklich geändert und wo wird derzeit an einer Veränderung gearbeitet.
Nachdem am Vormittag die Diskussionsrunde mit Frau Ministerin Katrin Altpeter (siehe hierzu den vorangegangenen Bericht) zu Ende ging, gab es eine weitere Veranstaltung am Nachmittag, an der angemeldete Personen sich zu einem Experten Forum zum 1. Landesgesundheitsdialog trafen.
Um 13.30 Uhr ging es mit der Einführung in die Expertenforen durch den Moderator Prof. Dr. Dr. Renn los.
Es gab an diesem Nachmittag Moderierte Expertenforen zu fünf Versorgungsthemen aufgeteilt in:
- Schmerzversorgung
Prof. Dr. Bardenheuer, Universitätsklinikum Heidelberg - Palliativversorgung
Prof. Dr. Aulitzky, Robert-Bosch-Krankenhaus Stuttgart und Krebsverband BW - Geriatrische Versorgung
Dr. Marg, Sozialministerium - Onkologische Versorgung
Prof. Dr. Bamberg, Universitätsklinikum Tübingen - Vernetzte Versorgung und Gesundheitstelematik
Prof. Dr. Alscher, Robert-Bosch-Krankenhaus Stuttgart
Nach der Vorstellung dieser fünf Themen ging es in die einzelnen Arbeitsräume.
Jeder Experte (Fachvorsitzende) in seinem Forum gab einen kleinen Vortrag zum jeweiligen Themenbereich ab und danach wurden in der Diskussionsrunde alle aufkommenden Fragen Dokumentiert.
Denn jede Arbeitsgruppe sollte ja speziell zu seinem Themenbereich Fragen erarbeiten, die dann im Anschluss der Arbeitsgruppe in einer Schlussrunde in einer von Prof. Dr. Dr. Renn moderierten Podiumsdiskussion mit den Fachvorsitzenden erörtert und Dargestellt wurden.
Auch hier hat man wieder gesehen, dass es doch noch sehr viel auch in den unterschiedlichsten Bereichen der medizinischen Versorgung und Vernetzung des Gesundheitswesens der Mitbürger zu bewegen gilt.
Wir in den einzelnen Arbeitsgruppen wünschen uns, dass die Erarbeiteten Fragen weiter verfolgt werden und einer zumutbaren Lösung zugeführt und umgesetzt werden.
Denn die Versorgung und alles was damit zusammengehört Bedarf einer Lösung immer zum Wohl des Betroffenen.
Ein sehr arbeitsreicher Tag ging zu Ende und Prof. Dr. Dr. Renn Dankte den Fachvorsitzenden und allen Anwesenden für ihren Einsatz und wünschte einen guten nach Hause Weg.
Quelle: 1. Landesgesundheitsdialog im Haus der Wirtschaft in Stuttgart