Viele Lymphom-Patienten stellen sich die Frage, warum sie diese Krankheit bekommen haben. Bei den Ursachen liegt aber noch vieles im Unklaren, und so ist es in den meisten Fällen nicht möglich, den Patienten eine eindeutige Antwort auf ihre Frage zu geben.
Eine Gruppe von Wissenschaftlern, die sich seit etwa 10 Jahren im Bereich der Ursachenforschung engagiert, ist das „International Lymphoma Epidemiology Consortium“ (InterLymph). Das Consortium hat 5 Arbeitsgruppen und trifft sich jährlich, um laufende Forschungsprojekte zu diskutieren und weiterzuentwickeln. Auf einer Konferenz im Juni 2011 in Florenz sind fünf Forscher von der Lymphom-Koalition interviewt worden. Die Forscher berichten u.a. über aktuelle Erkenntnisse zu genetischen, chemischen und umweltbedingten Risikofaktoren. Weitere Erkenntnisse beziehen sich auf den Einfluss der Ernährung, des Lebensstiels und bestimmter Infektionserreger.
Patienten fragen – Experten antworten:
4. bundesweite Telefon-Aktion zu Lymphomen in Deutschland
In Deutschland wird anlässlich des Welt-Lymphom-Tags eine Telefon-Aktion durchgeführt: Unter der kostenlosen Hotline 0800 – 060 4000 werden am 14. September 2011, dem Vorabend zum Welt-Lymphom-Tag, zwischen 18 und 20 Uhr sieben Experten des Kompetenznetzes Maligne Lymphome (KML) Fragen zu Lymphom-Erkrankungen, Symptomen, Diagnosemöglichkeiten und Therapieansätzen beantwortet. Außerdem können sich Patienten darüber informieren, welche klinischen Studien derzeit für die Erkrankung angeboten werden und ob sie daran teilnehmen können. Veranstalter dieser Telefonaktion sind die Deutsche Leukämie- & Lymphom-Hilfe e.V. (DLH) und das Kompetenznetz Maligne Lmphome e.V. (KML).
Hintergrund:
Der Welt-Lymphom-Tag ist eine Initiative der Internationalen Lymphom Koalition (www.lymphomacoalition.org). Weltweit beteiligen sich Ärzte, Wissenschaftler und Selbsthilfegruppen an Aktionen, um den Bekanntheitsgrad der Erkrankung und ihrer Symptome in der Öffentlichkeit zu erhöhen. Die Lymphom Koalition ist ein gemeinnütziges, weltweites Netzwerk, das aus derzeit 50 Selbsthilfeorganisationen für Patienten mit Lymphomen aus 37 Ländern besteht. Die DLH ist Gründungsmitglied.
Maligne Lymphome
sind bösartige Neubildungen von Zellen des lymphatischen Systems. Ausgehend von einer bösartig veränderten Zelle entstehen sie durch unkontrollierte Vermehrung. Über die Lymph- und Blutgefäße können sich Lymphomzellen im ganzen Körper ausbreiten. Bei einigen Lymphomarten bilden sich Tumore, die ertastet oder durch spezielle Untersuchungen sichtbar gemacht werden können. Obwohl jedes Jahr in Deutschland etwa 20.000 Menschen neu an einem Lymphom erkranken, ist das Wissen über Lymphome in der Allgemeinbevölkerung vergleichsweise gering. Die Symptome können denjenigen von sehr viel harmloseren Erkrankungen, wie Infekten oder lokalen Entzündungen, ähneln. Zu ihnen zählen geschwollene Lymphknoten, Fieber, Nachtschweiß, Gewichtsverlust und Abgeschlagenheit. Bei Unsicherheit über die Beschwerden und dem Gefühl, derartige Krankheitszeichen bisher nicht zu erkennen, sollte immer ein Arzt zu Rate gezogen werden.
Weiterführende Informationen zu Lymphomerkrankungen:
Quelle: Pressemeldung der Deutschen Leukämie- & Lymphom-Hilfe e.V. Bonn (DLH) Dr. med. Ulrike Holtkamp